27. Oktober 2020

Pallweis Nr. 15

Die Häuser und dazugehörigen Gründe von Pallweis waren bis ins 19. Jahrhundert auf die Grundherrschaften Rastenberg, Ottenstein, Niedergrünbach und Brunn am Walde verteilt. Pallweis Nr. 15 gehörte, neben Pallweis Nr. 18 und Nr. 21, zur Grundherrschaft Niedergrünbach.
Die Hofstatt hatte eine bewegte Geschichte, 15 Mal wechselte der Besitzer zwischen 1710 und 1783!

Dorff Pallweis, Dritte Behaußung, ain Hofstatt

zalt
Michaeli dienst  5 Kreuzer 2 Heller
Robathgeldt     2 Gulden 30 Kreuzer
Landsteÿr                 40 Kreuzer
                  ______________________________
                             3 Gulden 75 Kreuzer 2 Heller

HS Niedergrünbach, BG Zwettl 06/05, 1706-1776, Grundbuch, fol. 157

Grundbesitzer im Überblick:
1667Wändl Geörg
….   – 1710Plabenstainer Mathias und Maria
1710 – 1713Plabenstainer Maria, Wittib (durch Inventur)
1713 – 1715Plabenstainer Georg (durch Inventur und Kauf)
1715 – 1727Unterholzer Georg und Anna (durch Kauf)
1727Unterholzer Anna, Wittib (durch Inventur)
1728 – 1729Gmähler Andreas und Anna Unterholzer (durch Heirat)
1729Eder Andreas und Catharina (durch Kauf)
1729 – 1736Endl Andre und Elisabeth (durch Kauf)
1736Piestlinger Michael und Elisabeth Simlinger (durch Haustausch)
1736 – 1738Leißner Johann Georg und Anna Maria (durch Kauf)
1738 – 1740Leitgeb Sebastian und Anna Maria Eder (durch Kauf)
1740 – 1743Weber Jakob und Eva (durch Kauf)
1743 – 1754Paur Leopold und Theresia (durch Kauf)
1754 – 1759Kettinger Lorenz und Theresia (durch Kauf)
1759 – 1768Leißner Johann Georg und Anna Maria (durch Kauf)
1768 – 1783Hammer Johann Ernst und Magdalena Leißner (durch Kauf)
1783 – 1819Roitner Johannes und Theresia Böhm (durch Kauf)
1819 – 1827Roitner Johannes, Wittiber (durch Erbschaft)
1827 – 1847Weber Johann und Anna Maria Roitner (durch Kauf)
1847 – 1852Weber Anna Maria, Witwe (durch Abhandlung)
1852 – 1857Weber Ignaz und Cäcilia Schindler (durch Kauf)
1857 – 1871Pfeffer Leopold und Barbara Eckenberger (durch Kauf)
1872 – 1895Pfeffer Leopold und Barbara Nagl (durch Heirat)
1895 – 1906Pfeffer Josef und Viktoria Eder (durch Kauf)
1906 – 1908Pfeffer Viktoria, Witwe (durch Einantwortung)
1908 – 1912Zahler Viktoria (angemerkt)
1912 – 1952Köck Josef und Agnes (durch Kauf)
1952 – 19..Köck Paula (durch Übergabe)
1998Kössler Helge (durch Kauf)
Quellen NÖLA, BG Krems und bev.gv.at:
HA Lamberg K 217 Rastenberg GB HS Niedergrünbach 1666
HS Niedergrünbach, BG Zwettl 06/05, 1706-1776, Grundbuch, fol. 157
HS Rastenberg und Niedergründbach, BG Gföhl 09/03, 1777-1847, Grundbuch B ü. Niedergrünbach, fol. 100, EZ 17; Haus No. 15
BG Krems, Grundbuch Pallweis, 1879-1992, fol. 173; EZ 17, KG Pallweis, GB Gföhl, Wirthschaft No. 15 (altes GB fol. 100); Katastralzahl 16
BG Krems, Auszug aus dem Hauptbuch, KG Pallweis, EZ 17 (23.09.2020)
Wändl Geörg

Im ältesten erhaltenen Grundbuch der Herrschaft Niedergrünbach von 1666 ist er als Besitzer dieser Hofstatt angegeben, 1667 diente er für seine Hofstatt 15 Kreuzer und 1 Heller, an Robodtgeldt 3 Gulden und an Steÿr 40 Kreuzer, in Summe waren 3 Gulden 55 Kreuzer und 1 Heller zu entrichten.

HA Lamberg K 217 Rastenberg GB HS Niedergrünbach 1666

Plabenstainer Mathias und Maria

Nach dem Verkauf des Ganzlehens Pallweis Nr. 21 an den Sohn Georg am 02. Mai 1693 kauften Mathias und Maria Plabenstainer, meine 8-fachen Urgroßeltern, diese Hofstatt in der Grundherrschaft Niedergrünbach. Wann und von wem sie diese Hofstatt kauften konnte ich nicht herausfinden.
In der Inventur von Matthias Plabensteiner vom 22. Jänner 1710 wurde die Hofstatt auf 30 Gulden geschätzt, Matthias Nettovermögen betrug 331 Gulden und 43 Kreuzer (NÖLA, HS Rastenberg, KG Krems 202/22, 1700-1722, Inventurprotokoll fol. 131).

Plabenstainer Maria, Witwe

Seiner Witwe Maria Plabenstainer, ein bedachtes Müeßlsichtiges Weib, wurde mit Zustimmung der Kinder das Haus, die Überlandgrundstücke und Vermögen gemäß Inventurvertrag vom 22. Jänner 1710 zugesprochen.

Plabenstainer Georg

Nach dem Tod der Mutter Maria Plabenstainer wurde am 11. April 1713 die Hofstatt samt Überlandgrundstücken dem Sohn Georg Plabenstainer um 40 Gulden verkauft, Marias Nettovermögen betrug 126 Gulden und 48 Kreuzer (NÖLA, HS Rastenberg, KG Krems 202/22, 1700-1722, Inventurprotokoll fol. 178f und NÖLA, HS Rastenberg, KG Krems 202/09, 1700-1722, Kaufprotokoll fol. 157).
Georg verkaufte diese von ihm eine zeitlang innegehabte Hofstatt (ein Viertlheüsl) am 25. April 1715 an

Unterholzer Georg und Anna

Georg Unterholzer und dessen Frau Anna um 40 Gulden (NÖLA, HS Rastenberg, KG Krems 202/09, 1700-1722, Kaufprotokoll fol. 181). Georg Unterholzer starb Anfang 1727, in seiner Inventur vom 20. März 1727 (NÖLA, HS Rastenberg, KG Krems 202/28, 1723-1730, Inventurprotokoll fol. 237) wurde die Hofstatt (Viertl Heüßl) auf 50 Gulden geschätzt, sein Nettovermögen betrug 163 Gulden.

Unterholzer Anna, Wittib

Am 29. April 1727 wurde die Hofstatt lt. Inventurvertrag seiner Witwe Anna Unterholzer zugesprochen. Die Witwe Anna Unterholzer heiratete

Gmähler Andreas und Anna verw. Unterholzer

Andreas Gmähler, geboren am 07. Oktober 1700 in Pallweis, am 20. Jänner 1728, sie brachte das Hofstatthäusl in die Ehe, Andreas 30 Gulden bares Geld (NÖLA, HS Rastenberg, KG Krems 202/12, 1723-1750, Heiratsprotokoll fol. 105f).
Ein Jahr später, am 8. Februar 1729, verkauften die beiden das Viertlheusl an

Eder Andreas und Catharina

Andreas Eder und seiner Ehefrau Catharina um 90 Gulden (NÖLA, HS Rastenberg, KG Krems 202/12, 1723-1733, Kaufprotokoll fol. 228f). Wenige Monate später, am 25. Mai 1729, wurde das Viertlheusl an

Endl Andre und Elisabeth

Andreas Endl, einem Schneider und seiner Ehefrau Elisabeth um 125 Gulden verkauft (NÖLA, HS Rastenberg, KG Krems 202/12, 1723-1733, Kaufprotokoll fol. 245).

Piestlinger Michael und Elisabeth geb. Simlinger

Michael Priestliner, ein Witwer vom Gönitzgraben, heiratete Elisabeth Simlinger am 22. Jänner 1731 in der Pfarre Rastbach.
Am 28. Februar 1736 erfolgte ein Häusertausch zwischen Andreas und Elisabeth Endl und den Michael und Elisabeth Piestlinger, der Wert der Hofstatt war 100 Gulden (NÖLA, HS Rastenberg, KG Krems 202/18, 1734-1743, Kaufprotokoll fol. 56f).
Nur wenige Monate später,

Leißner Johann Georg und Anna Maria

am 6. August 1736, kauften Johann Georg Leißner, ein Hufschmied und seine Frau Anna Maria das Viertlheusl um 81 Gulden von Michael Piestlinger (NÖLA, HS Rastenberg, KG Krems 202/18, 1734-1743, Kaufprotokoll fol. 104f).

Leitgeb Sebastian und Anna Maria geb. Eder

Sebastian Leitgeb und Anna Maria Eder, beide von Pallweis, heirateten am 17. November 1733 in der Pfarre Rastbach. Sie kauften am 11. Dezember 1738 um 70 Gulden von Johann Georg und Anna Maria Leißner (NÖLA, HS Rastenberg, KG Krems 202/18, 1734-1743, Kaufprotokoll fol. 153). Sie verkauften das Viertheusl am 16. August 1740

Weber Jakob und Eva

an Jakob und Eva Weber um 80 Gulden (NÖLA, HS Rastenberg, KG Krems 202/18, 1734-1743, Kaufprotokoll fol. 203).
Eva Weber verstarb am 22. Mai 1741 in Pallweis, Jakob Weber am 27. November 1742.
Von Jakob Webers Erben wurde das Viertlhäußl Pallweis Nr. 15 am 17. März 1743 um 100 Gulden an

Paur Leopold und Theresia geb. Trondler

Leopold und Theresia Paur verkauft (NÖLA, HS Rastenberg, KG Krems 202/18, 1734-1743, Kaufprotokoll fol. 311).
Leopold Paur von Allentgschendt und Theresia Trondler von Raisling hatten am 2. Feburar 1738 in der Pfarre Rastbach geheiratetet. Leopold Paur starb im Herbst 1754 und seine Witwe Theresia Paur(in) verkaufte an

Kettinger Lorenz und Theresia

Lorenz und Theresia Kettinger um 80 Gulden am 12. Dezember 1754 (NÖLA, HS Rastenberg, BG Zwettl 6/29, 1746-1768, Kaufprotokoll fol. 204). Am 16. Juli 1759 wurde die Familie in die Herrschaft Brunn entlassen, um sich in Moniholz niederzulassen. Die beiden verkauften die Hofstattbehausung an

Leißner Johann Georg und Anna Maria

Johann Georg und Anna Maria Leißner um 100 Gulden am 4. September 1759 (NÖLA, HS Rastenberg, BG Zwettl 6/29, 1746-1768, Kaufprotokoll fol. 395f).

Hammer Johann Ernst und Magdalena geb. Leißner

19. April 1768 verkauften Johann Georg und Anna Maria Leißner um 100 Gulden an ihren Schwiegersohn Johann Ernst Hammer und seiner zukünftigen Braut Magdalena Leißner, geboren 19. Juni 1741 in Pallweis, um 100 Gulden (NÖLA, HS Rastenberg, BG Zwettl 6/29, 1746-1768, Kaufprotokoll fol. 601).
Magdalena Hammer geb. Leißner verstarb am 2. Februar 1791 im Markt Gföhl. Ihr Ehemann Johann Ernst Hammer hatte sie vor 20 Jahren treulos verlassen und deshalb erbten die Kinder des verstorbenen Bruders das Nettovermögen von 78 Gulden und 26 Kreuzer je zur Hälfte (NÖLA, HS Rastenberg, BG Zwettl 6/40, 1782-1791, Inventurprotokoll fol. 543f).
Magdalena Hammer verkaufte die Hofstatt bereits am 3. Mai 1783 um 100 Gulden an

Roitner Johannes und Theresia geb. Böhm

Johannes Roitner und Theresia geb. Böhm (NÖLA, HS Rastenberg, BG Zwettl 6/30, 1769-1787, Kaufprotokoll fol. 537).
Theresia Roitner starb am 26. Juli 1819, in ihrer Inventur wurde das Kleinhaus in Pallweis No. 15 auf 500 Gulden geschätzt (NÖLA, HS Rastenberg, BG Zwettl 6/43, 1812-1820, Inventurprotokoll fol. 355), ihr Nettovermögen betrug 268 Gulden.
Johann Roitner starb am 16. September 1828 in Pallweis Nr. 11, sein Nettovermögen betrug lt. Inventur 90 Gulden (NÖLA, HS Rastenberg, BG Zwettl 6/45, 1827-1839, Inventurprotokoll fol. 136).
Bereits Anfang 1827 schloss er mit seinem Schwiegersohn

Franziszeischer Kataster 1823, VOMB, 475 Pallweis

Parzellennr.: 16 Familienname, Vorname: Roitner Johann, Beruf: KH (KH = Kleinhäusler), Hausnr.: 15

Quelle: NÖLA, Franziszeischer Kataster, Mappen, FK Mappen OM 475
Weber Johann und Anna Maria geb. Roitner

Johann Weber lt. Heiratsprotokoll vom 1. Februar 1827 einen Kaufvertrag für das Kleinhaus Nr. 15 ab (NÖLA, HS Rastenberg, BG Zwettl 6/25, 1821-1833, Heiratsprotokoll fol. 136). Die Braut und einzige Tochter von Johannes und Theresia Roitner, Anna Maria Roitner, wurde am 14. April 1793 in Pallweis Nr. 15 geboren.
Johann Weber, Bauer und Wirth von Pallweis Nr. 15, starb 50 jährig am 9. Jänner 1847. Seine Witwe Anna Maria Weber

Weber Anna Maria, Witwe

erhielt durch Abhandlung am 23. Oktober 1847 die zweite Hälfte im Wert von 500 Gulden und damit das alleinige Eigentumsrecht einverleibt.
Anna Maria Weber starb an einer Lungenentzündung am 26. Jänner 1853 in Pallweis Nr. 15.
Auf Grundlage eines Notariatsaktes vom 28. Juni 1852 zwischen ihr, ihrem Sohn Ignaz Weber und seiner angehenden Braut wurde das Eigentumsrecht den Brautleuten zu je 640 Gulden am 31. Dezember 1852 einverleibt.

Weber Ignaz und Cäcilia geb. Schindler

Ignaz Weber, geboren am 3. August 1832 in Pallweis Nr. 15, heiratete Cäcilia Schindler, eine Bauerntochter von Lobendorf, am 27. Juli 1852 in der Pfarre Rastbach. Cäcilia Weber starb am 6. August 1910 in Groß Motten Nr. 41, Ignaz Weber als Ausnehmer am 1. September 1911 ebenda.
Bereits am 4. Februar 1857 verkauften sie die Liegenschaft Pallweis Nr. 15 um 1000 Gulden an

Pfeffer Leopold und Barbara geb. Eckenberger, später Barbara geb. Nagl

Leopold Pfeffer, einem Schneider und später auch Gastwirt. Er war in erster Ehe mit Barbara Eckenberger aus Peygarten verheiratet. Die beiden erhielten am 12. März 1857 je zur Hälfte das Eigentumsrecht. Barbara Pfeffer starb 50jährig am 28. Jänner 1871 und Leopold Pfeffer heiratete in zweiter Ehe am 6. Februar 1872 Barbara Nagl, eine Zimmermannstochter von Eppenberg, in der Pfarre Albrechtsberg. Leopolds zweite Frau Barbara Pfeffer erhielt mit dem Ehevertrag eine Hälfte der Liegenschaft einverleibt.
Leopold Pfeffer starb am 25. Februar 1900, seine Frau Barbara einige Monate vor ihm am 23. August 1899.
Am 11. Juni 1895 verkauften die beiden an ihren Sohn

Pfeffer Josef und Viktoria geb. Eder

Josef Pfeffer, geboren am 24. November 1872 in Pallweis Nr. 15. Josef heiratete Viktoria Eder, eine Bauerntochter von Pallweis Nr. 25, am 24. Oktober 1899 in der Pfarre Rastbach. Aufgrund des Ehevertrages wurde Viktoria Pfeffer eine Hälfte des Eigentums einverleibt. Josef Pfeffer starb am 21. März 1906 in Pallweis und seine Witwe Viktoria Pfeffer

Pfeffer Viktoria und Johann Zahler

heiratete am 16. November 1908 Johann Zahler von Erdweis Nr. 2 in der Pfarre Rastbach.
Die Namensänderung für Viktoria von Pfeffer auf Zahler wurde im Grundbuch angemerkt.

Köck Josef und Agnes geb. Dirnberger

Josef Köck, geboren am 2. Mai 1881, ein Bauernsohn von Allentsgschwendt Nr. 25 und Agnes Dirnberger, eine Bauerntochter von Pallweis Nr. 10, heirateten am 2. März 1908 in der Pfarre Rastbach. Die beiden kauften den Grund am 5. Juli 1912 und erhielten das Eigentumsrecht am 11. Juli 1912.
Josef Köck starb in Pallweis Nr. 15 am 3. Jänner 1958, seine Frau Agnes am 28. September 1970.

Köck Paula

Paula Köck (meine 5-fache Cousine 2x entfernt), geboren am 22. Jänner 1912 in Allentsgschwendt Nr. 25 und Tochter von Josef und Agnes Köck, wurde das Eigentumsrecht aufgrund des Übergabevertrages vom 27. Feburar 1952 mit 16. Juni 1952 einverleibt, sie starb am 12. Juli 1997 in Zwettl.

Kössler Helge

Aufgrund des Kaufvertrages vom 10. Juni 1998 erhielt Helge Kössler das Eigentumsrecht.

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Ingrid Schuster

Im Dezember 2011 habe ich begonnen, meine Familiengeschichte zu erforschen, meine Forschungsergebnisse habe ich seit Anfang 2017 im Internet publiziert.

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