27. Oktober 2020

Dreitägige Tour im Waldviertel, 2015

Prolog

Diese dreitägige Tour war eine Kombination aus einer Fotorallye für meine Bildbände und von Besuchen der Bezirksgerichte in Krems, Gmünd und Zwettl.
In den Archiven der Bezirksgerichte befinden sich die historischen Grundbücher von ca. 1870 bis 1990, in die ich Einsicht genommen habe. Ich hatte nämlich begonnen, Hauschroniken der Häuser meiner Vorfahren auszuarbeiten und brauchte für die Fertigstellung noch die Grundbesitzer vom oben genannten Zeitraum, und natürlich auch ein Foto vom jeweiligen Haus.

26. Mai 2015, Blauensteiner- und Gabler-Linie

Um 10 Uhr war ich bereits im BG Krems, der enge, mit Grundbüchern bis zur Decke vollgestopfte Archivraum wurde für mich aufgesperrt, eine wirklich hohe Leiter gebracht (Altbau!).
Ich suchte die Grundbücher von Zierings und Pallweis – das von Pallweis war in der obersten Reihe (also ganz-ganz oben) versteckt, das ich mutigst herunterholte und dann waren auch noch diese Fotos unscharf!
Von Krems ging es über die B37 nach Zierings (Blauensteiner, Haus Nr. 8) und weiter bis zur Abzweigung nach Brugg (wurde 1941 abgesiedelt), dem Geburtsort meines Urgroßvaters Josef Blauensteiner. Ich parkte mein Auto abseits der Straße beim Schranken und machte mich zu Fuß nach Brugg auf. *)
Kurz nach 12:30 Uhr fuhr ich über Waidhofen an der Thaya nach Tschechien, und zwar nach Kebharec/Skalka (Gebharz, Riebel &Ullisch) und Klenová (Leinbaum, Wagner).
Um 15:30 Uhr ging es zurück nach Österreich, ich hatte in Heidenreichstein im Gasthof Großmann ein Zimmer für 2 Nächte gebucht.

*) Brugg liegt im Sperrgebiet des TÜPL Allentsteig und wurde am 16. Mai 2015 (siehe Kleine Touren 2015) nicht angefahren .
Ich hatte den Franziszeischen Kataster von Brugg ausgedruckt mit, so konnte ich die Hausruinen den ehemaligen Häusern zuordnen, der Spaziergang war auf jeden Fall sehr spannend – werde ich erwischt?

Zierings Nr. 8 © Privatarchiv Ingrid Schuster
27. Mai 2015, Gabler-Linie

Bereits um 9 Uhr war ich im BG Gmünd, um mir die Grundbücher von Saaß, Hörmanns und Rottal anzusehen.
Anschließend ging es zurück nach Heidenreichstein († Gabler), im Gemeindeamt bekam ich die heutige Adresse von Heidenreichstein Nr. 230 – hier war meine 2-fache Urgroßmutter Genovefa Gabler geb. Riebel gestorben.
Meine weitere Tagesroute war dann Eisgarn (Fida&Zierfuss), Saaß (Gabler, Haus Nr. 20), dort fand ich ENDLICH das Haus Nr. 20, weiter nach Hörmanns (Gabler, Haus Nr. 18), Haugschlag (Zimmermann) und Rottal (Riebel, Haus Nr. 23). Leider hatte das Gasthaus Perzy an dem Tag geschlossen, es ging zurück nach Heidenreichstein und einer Jause im Stadt-Café.

Heidenreichstein Nr. 230, Saaß Nr. 20, Hörmanns Nr. 18, Rottal Nr. 23 © Privatarchiv Ingrid Schuster
28. Mai 2015, Schuster-Linie

Zeitig in der Früh machte ich mich von Heidenreichstein auf den Weg nach Zwettl zum Bezirksgericht, bereits um 08:30 Uhr nahm ich Einsicht in die Grundbücher von Thumling, Poggschlag, Brugg und Flachau.
Kurz vor 09:30 startete meine Tagestour, am Programm:
Frankenreith (Blauensteiner, Haus Nr. 7), Lugendorf (Höbarth), die Gmainhofmühle (Schuster), Oberthumling (Schuster, Haus Nr. 5), Unterthumling (Schuster, Haus Nr. 7),die Pulvermühle (Wisinger), Raxendorf (Forster) und Eck (Pils).

Frankenreith Nr. 7, Oberthumling Nr. 5, Unterthumling Nr. 7 © Privatarchiv Ingrid Schuster

Die Tour setzte ich von Eck nach Teichmanns (Weiß) fort und weiter nach Pallweis (Blauensteiner, Haus Nr. 12, 15&21), Gillaus (Provin), Els (Pfarre, Dillinger) und Purkersdorf († Schmelz). Das letzte Ziel vor der Heimfahrt war Weißenkirchen in der Wachau (Pfarre, Grünwald), beim Kirchenwirt hatte ich noch ein spätes Mittagessen.

Pfarren Els und Weißenkirchen in der Wachau, Pallweis Nr. 12, 15 und 21 © Privatarchiv Ingrid Schuster
Heimfahrt

Über die S33, A1 und A21 fuhr ich zurück nach Wien. Ich war insgesamt 585 Kilometer unterwegs, vom nördlichsten Punkt Österreichs bis in die schöne Wachau. Das Waldviertel kann was!

Epilog

Wie einfach und unkompliziert ist es in den Bezirksgerichten im Waldviertel, auf jeden Fall in Krems, Gmünd und Zwettl. Man geht in das Grundbuchreferat, ein Mitarbeiter sperrt das Archiv auf, man stöbert alleine in den Grundbüchern, fotografiert oder kopiert was man braucht, bringt den Archivschlüssel zurück und verabschiedet sich – Ende.

Mehr als kompliziert ist es hingegen im BG Oberwart, was für ein „Drama“:
zuerst: es gibt keine Einsicht aufgrund des Datenschutzes(!), dann: eigentlich ist alles verbrannt, und weiter: die Russen haben nach dem 2. Weltkrieg damit geheizt. Alles selbst erlebt, seufz! Und wirklich keine Einsicht möglich …

Anmerkung:
(Familienname meiner Vorfahren)
(deutscher Ortsname, Familienname meiner Vorfahren
BG Bezirksgericht
TÜPL = Truppenübungsplatz

Beitragsbild:
ein weiteres Lieblingsfotos, der Zieringer Teich

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Ingrid Schuster

Im Dezember 2011 habe ich begonnen, meine Familiengeschichte zu erforschen, meine Forschungsergebnisse habe ich seit Anfang 2017 im Internet publiziert.

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