26. Mai 2020

GABLER

Die Familie Gabler ist die mütterliche Stammlinie meines Großvaters väterlicherseits.

Hörmanns, Saaß und Türnau, Quelle: mapire.eu

Auch diese Familie lebte im Viertel ober dem Manhartsberg, dem Waldviertel und zwar im nördlichsten Zipfel zwischen Haugschlag und Litschau. Mitte des 17. Jahrhunderts waren sie Mühlenbesitzer in Hörmanns, Gemeinde Litschau, später Grundbesitzer in Saaß, Gemeinde Litschau und Türnau, Gemeinde Haugschlag, alle im Bezirk Gmünd in Niederösterreich.
Vorfahren, die in diesen Zweig eingeheiratet haben, kamen aus Schamers und Umgebung in Südböhmen (heute Číměř in Tschechien).

Namensschreibweise:
Gapler, Gabler

Christoph Gabler (um 1609 – 1673), mein 8-facher Urgroßvater, war Müller in Hörmanns bei Litschau um 1660 und mit Maria verheiratet. Von den drei gemeinsamen Söhnen war der älteste Sohn Thomas Hofmüller in Hörmanns Nr. 17.

Andreas Gabler (um 1650 – 1715), mein 7-facher Urgroßvater, zweitgeborene Sohn von Christoph und Maria Gabler, war Müllermeister in Hörmanns Nr. 18. Die Mühle war bis 1869 im Besitz der Familie, heute ist das Anwesen ein Gutshof der Familie Seilern-Aspang.
Andreas heiratete am 16. November 1670 Magdalena Abel, Tochter von Wolfgang und Magdalena Abel aus Griesbach, in der Pfarre Litschau, die beiden hatten sieben gemeinsame Kinder.

Paul Gabler (1684 – 1743), mein 6-facher Urgroßvater, war das fünftgeborene Kind von Andreas und Magdalena Gabler, er übernahm im Jahr 1725 von seinem älteren Bruder Matthias die Mühle und Hammerschmiede in Hörmanns Nr. 18.
Er heiratete am 26. Oktober 1710 Barbara Schrammel, Tochter von Matthias und Elisabeth Schrammel aus Hörmanns, in der Pfarre Litschau. Sohn Simon Gapler übernahm die Mühle nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1743.

Lorenz Gabler (1719 – 1768), mein 5-facher Urgroßvater, Sohn von Paul und Barbara Gabler, verheiratet mit Theresia Redl, Tochter des Josef Redl, Jäger in Rottal und der Elisabeth geb. Zierfuss, kaufte im Jahr 1748 einen Grund in Saaß „ein grundt, Saaß genanth“ – heute Saaß Nr. 20, wunderschön auf einer kleinen Anhöhe Mitten im Wald gelegen.
Saaß Nr. 20, ein Waldhäußel © 2020 Schuster Ingrid

Lorenz und Theresia Gabler hatten fünf gemeinsame Kinder, drei starben im Kindesalter. Der jüngste Sohn Michael Gabler (1761 – 1863), mein 4-facher Urgroßvater, kaufte Saaß Nr. 20 von seiner Mutter Theresia im Jahr 1788. Michael heiratete Barbara Zimmermann, Tochter des Jakob Zimmermann, Bauer in Saaß Nr. 22 und der Magdalena geb. Freitag, am 18. Oktober 1782 in der Pfarre Litschau.

Der erstgeborene Sohn Josef Gabler kaufte Saaß Nr. 20 im Jahr 1805. Das „Waldhäusel“ blieb noch bis 1886 im Familienbesitz.

Theresia Gabler (1798 – nach 10.1868), meine 3-facher Urgroßmutter, war das siebente von neun Kindern von Michael und Barbara Gabler und lebte in Saaß Nr. 20.
Josef Ritsch (1796 – 1841) aus Illmau war Tischler und Inwohner in Saaß Nr. 20 und verstarb auch dort am 23. April 1841.
Ob er der Vater aller acht Kinder der Theresia Gabler war ist nicht belegt, beim drittgeborenen (1828) und viertgeborenen (1831) Sohn bestand er darauf, als Vater im Taufbuch eingetragen zu werden.
Der Sohn Franz Gabler, geboren am 6. Oktober 1825, lebte um 1884 in Woltschach (heute Volče, in der slowenischen Küstenregion nahe der Grenze zu Italien), er wird in der Zeitung Soča, številka 2, Seite 3 vom 11.01.1884 als Leiter der Veteranengesellschaft genannt.

Das fünfte Kind von Theresia, Matthias Gabler (1833 – 1914), mein 2-facher Urgroßvater, wurde jedenfalls unehelich *) in Saaß Nr. 20 geboren. Selbst ein DNA Treffer wäre schwer einzuordnen, da Josef Ritsch und Theresia Gabler Cousins 3. Grades (einmal entfernt) waren, gemeinsame Vorfahren waren Andreas und Magdalena Gabler (seine 3-fachen, ihre 2-fachen Urgroßeltern).
Matthias war von Beruf Weber und später auch Hausbesitzer in Türnau, er heiratete Genovefa Riebel, Tochter des Simon Riebel, Weber in Türnau und der Magdalena geb. Zimmermann, am 06. Oktober 1868. Die beiden hatten vier gemeinsame Kinder.

Meine Urgroßmutter Brigitta Gabler (1876 – 1915), jüngste Tochter von Matthias und Genovefa Gabler wurde am 23. September 1876 in Türnau bei Haugschlag geboren.
Sie war Kleidermacherin und dürfte um 1895 nach Wien gekommen sein. Hier lernte sie meinen Urgroßvater Josef Schuster kennen, die Trauung der beiden fand am 18. April 1898 in der Pfarre Alt-Simmering statt.

Foto © 2020 Schuster Ingrid

Die beiden hatten vier Kinder, die erstgeborene Tochter Brigitta Josefine starb vermutlich im Kindesalter:
Brigitta Josefine (1898 – ?), Hermine, verh. Gattinger (1900 – 1979), Brigitta Stefanie, verh. Friedl (1902 – 1993) und Josef, mein Großvater (1904 – 1942). Meine Uroma starb mit nur 38 Jahren am 17. April 1915 an Lungenschwindsucht im Kaiser-Jubiläumsspital in Wien.

Anmerkung:

Der jeweilige Ausgangspunkt in der Ahnenfolge der Familien und Familiennamen Blauensteiner, Dočkal und Gabler basiert auf unehelich geborenen Kindern.
Unbekannte Väter bedeuten für einen Familienforscher einen Ahnenschwund, 75 Vorfahren in 8 Generationen sind – ausgehend von mir – im wahrsten Sinne des Wortes ‚entschwunden‘.
Bleibt zu hoffen, dass durch DNA-Genealogie sich eines Tages der eine oder andere, vielleicht sogar alle unbekannten Väter erforschen lassen.

Ahnenschwund:
*) Gabler: 7 Vorfahren (in 8 Generationen)

Avatar

Ingrid Schuster

Im Dezember 2011 habe ich begonnen, meine Familiengeschichte zu erforschen, meine Forschungsergebnisse habe ich seit Anfang 2017 im Internet publiziert.

Alle Beiträge ansehen von Ingrid Schuster →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code