30. September 2020

Hörmanns Nr. 18

Die ehemalige „Stewberin-Mühle“, später Gablermühle und dann Huderermühle in Hörmanns bei Litschau war 7, wenn nicht sogar 8 Generationen lang im Besitz der Familie Gabler und deren Nachkommen.
Hörmanns ist eine Katastralgemeinde der Gemeinde Litschau im Bezirk Gmünd, Hörmanns Nr. 18 liegt ca. 4 Kilometer von Litschau entfernt an der L62 in Richtung Haugschlag .

„Stewberin-Mühle“

Die erste urkundliche Erwähnung von „Hermans“ (Hörmanns) erfolgte im Zins-und Dienstbuch der Herrschaft Litschau aus dem Jahre 1369, die Mühle „Stewberin“ diente 30 den (Denare).

Quelle: Zeitschrift „Das Waldviertel“, 1938, Heft 2, S 17 – 20

Grundbuch 1781-1821:
von einem ganzen Haus samt einer Mühl mit 2 Gängen, einer Brettersaag, nebst 4 Teichtln (Teiche) in der Scheiben geschätzt 60 Gulden item 2 Joch Waldung, 32 1/3 Joch Acker, 8 tagwerk Wisen (Wiesen)
dient (gesamt) 20 Gulden 41 Kreuzer

Grundbuch 1822-1882:
Ganzlehenhaus, Mahlmühle und Brettersäge

Hörmanns Nr. 18 (Gutshof), 27.05.2015 © Privatarchiv Ingrid Schuster

Grundbesitzer im Überblick:
16..Gabler Christoff (vermutlich)
1690 – 1715Gapler Andreas Magdalena  
1715 – 1725Gappler Matthias (Inventur)
1725 – 1744Gapler Paul Barbara
1744 – 1773Gapler Simon Maria Anna uxor (Inventur)
Gapler Maria Anna alleinig
1773 – 1795Gabler Johann Georg Magdalena uxor (Übernahme)
1795 – 1812Gabler Michael Rosalia uxor (Kauf)
1812 – 1841Gabler Rosalia (Witwe, Inventur), Hutterer Karl uxor.
1841 – 1866Gabler Matthias Franziska uxor (Kauf)
1866 – 1869Gabler Matthias Anna uxor (Kauf)
02. September 1869Graf Franz von Seilern
um 1920Stilllegung der Mühle
1922Ausbau des Anwesens zu einem Gutshof für die Herrschaftsbesitzer Seilern-Aspang
22. September 1924Seilern Franz Rudolf, Seilern Jarolta, Hoyos Flora (Einantwortung)
25. Februar 1935Maria Conzetta Kielmansegg, Karl Josef Seilern-Aspang, Friedrich Seilern-Aspang,
Dionysius Seilern-Aspang (Einantwortung)
12. Jänner 1942Karl Josef, Friedrich und Dionysius Seilern-Aspang (Schenkung)
24. Februar 1959Maria Conzetta Kielmansegg, Karl Josef und Friedrich Seilern-Aspang (Einantwortung)
12. August 1960Anteile Maria Conzetta Kielmansegg an Karl Josef Seilern-Aspang
14. März 1961Anteile Friedrich Seilern-Aspang an Henriette Seilern-Aspang
08. Juni 1973Seilern-Aspang Alexander (durch Einantwortung)
Quellen NÖLA, BG Gmünd und bev.gv.at:
HS StA 1005/02, 1661, Mühlenbuch VOMB, VUMB; fol. 20r
HS Litschau BG Litschau 2/2 1690 – 1725 Haus und Überlandgrundbuch, fol. 50
HS Litschau BG Litschau 2/3 1726 – 1781 Haus und Überlandgrundbuch, fol. 108
HS Litschau BG Litschau 2/4 1781 – 1821 Häusergrundbuch, fol. 151
HS Litschau BG Litschau 2/7 1822 – 1882 Häusergrundbuch, fol. 400f
BG Gmünd, Grundbuch Hörmanns, 1869 – 1990, fol. 19; EZ 21, KG Hörmanns, GB Litschau, Haus Nr. 18 & 19
BG Gmünd, Auszug aus dem Hauptbuch, KG Hörmanns, EZ 21 (06.09.2020)
Gabler Christoff

mein 8-facher Urgroßvater, ist im Mühlenbuch (NÖLA HS StA 1005/02, 1661, Mühlenbuch VOMB, VUMB; fol. 20r) als Besitzer einer 1 Gang Mühle erwähnt. Ob es sich um d i e hier beschriebene Mühle handelte ist nicht belegt!
Er starb 64 jährig am 2. Mai 1673 in Hörmanns, seine Frau Maria am 2. Jänner 1690 im Alter von 90 Jahren.

Gapler Andreas und Magdalena geb. Abel

war der Sohn von Christoff und Maria Gabler, mein 7-facher Urgroßvater und wurde um 1650 geboren. Andreas war Mühlenbesitzer, Müller und Hammerschmied. Er heiratete Magdalena Abel, Tochter von Wolff und Magdalena Abel, Mühlenbesitzer in Griesbach, am 16. November 1670 in der Pfarre Litschau.
Ob er diese Mühle von seinem Vater Christoff übernommen hatte ist unbekannt, es gibt kein Inventurprotokoll vom Vater bzw. einen Kaufvertrag . Andreas starb am 26. Juli 1715, seine Frau Magdalena vor ihm und sein Sohn

Gappler Matthias

übernahm um 840 Gulden die Mühle und das Haus lt. Inventurprotokoll vom 24. September 1715 (NÖLA HS Litschau BG Litschau 2/37 1703-1730 Inventurprotokoll, Fol. 94f).
Matthias dürfte die Mühle vor 1725 an seinen Bruder Paul übergeben haben, da dieser bereits im Grundbuch 1690 – 1725 als Besitzer eingetragen ist.

Gapler Paul und Barbara geb. Schrammel

geboren am 5. Jänner 1684 in Hörmanns, mein 6-facher Urgroßvater und der Sohn von Andreas und Magdalena Gabler. Er heiratete Barbara Schrammel von Hörmanns am 26. Oktober 1710 in der Pfarre Litschau.
Paul Gabler war der fünft-reichste Bewohner der Herrschaft Litschau in der gesamten ersten Hälfte des 18. Jhs., mit einem Nettovermögen von fast 850 Gulden – damit konnte man sich in der Zeit 170 Milchkühe kaufen!
Seine Frau Barbara starb am 15. Jänner 1741, Paul am 2. März 1743 und der Mühlenbesitz ging lt. Inventurprotokoll vom 5. März 1743 (NÖLA HS Litschau BG Litschau 2/38 1730-1760 Inventurprotokoll, Fol. 213f) an den ältesten Sohn

Gapler Simon und Anna Maria geb. Appel

Simon wurde am 23. Oktober 1714 in Hörmanns geboren, er heiratete Anna Maria Appel von Bernschlag (Nový Vojiřov) am 23. Oktober 1735 in der Pfarre Neubistritz (Nová Bystřice) – „Simon, des Paul Gabler von der Gablermill„.
Simon starb am 17. November 1772 in Hörmanns Nr. 18, seine Witwe Anna Maria verkaufte am 30. Jänner 1773 (NÖLA HS Litschau BG Litschau 2/29 1763-1779, Kaufprotokoll, fol. 194) den Besitz an ihren Sohn

Gabler Johann Georg und Magdalena geb. Zimmermann

Johann Georg, geboren am 24. Apr 1745, heiratete Magdalena Zimmermann von Saaß am 13. November 1768  in der Pfarre Litschau. Er starb im Alter von 49 Jahren am 6. Oktober 1794, lt. seinem Testament und Inventurprotokoll (NÖLA HS Litschau BG Litschau 2/40 1779 – 1798 Inventurprotokoll, Fol. 363f) ging die Mühle, Hammerschmiede und Brettersäge im Wert von 1.500 Gulden an seinen Sohn

Gabler Michael und Rosalia geb. Stark

Michael wurde am 12. September 1773 geboren, heiratete am 23. Juni 1795 in der Pfarre Neubistritz (Nová Bystřice) die Müllerstochter Rosalia Stark von Grambach (Potočná). Er starb mit 38 Jahren an Lungensucht am 19. Jänner 1812.
Seine Witwe Rosalia erbte den Mühlenbesitz (NÖLA HS Litschau BG Litschau 2/42 1809 – 1819 Inventurprotokoll, Fol. 167f).

Hutterer Karl und Rosalia verw. Gabler

Rosalia Gabler, die Wiwe des Michael Gabler, Müllerin und Ganzlehnerin, heiratete am 06. Juni 1812 Karl Hutterer von Fratres (NÖLA HS Litschau BG Litschau 2/21 1801 – 1830 Heiratsprotokoll, Fol. 175f). Karl Hutterer starb 62 jährig am 14. August 1848 in Hörmanns Nr. 18, seine Frau Rosalia im Alter von 87 Jahren am 7. März 1853.

Franziszeischer Kataster 1817 – 1824, VOMB, 272 Hörmanns

Parzellennr.: 1-5 Familienname, Vorname: Hutterer Karl, Beruf: Müller, Hausnr.: 18

Quelle: NÖLA, Franziszeischer Kataster, Mappen, FK Mappen OM 272
Gabler Matthias und Franziska geb. Gabler

Am 31. Juli 1841 verkaufte Rosalia Hutterer den Besitz ihrem Schwiegersohn Matthias Gabler um 4000 Gulden (NÖLA HS Litschau BG Litschau 2/32 1824 – 1843 Kaufprotokoll, fol. 378f).
Matthias Gabler, geboren am 30. Jänner 1807 in Türnau Nr. 18, Sohn des Müllermeisters von Türnau Georg Gabler und Anna Maria, heiratete am 31. Jänner 1832 Franziska Gabler, geboren am 8. März 1805 in Hörmanns Nr. 18, in der Pfarre Litschau. Franziska starb am 9. Juli 1856 und ihre auf 6000 Gulden geschätzte Hälfte wird dem Witwer einverleibt. Er starb am 17. November 1866 als gewesener Müllermeister und verwitweter Ausnehmer.

Gabler Matthias jun. und Anna geb. Sput

Matthias, geboren am 19. September 1843 in Hörmanns Nr. 18, heiratete Anna Sput von Platz an der Naser (Stráž nad Nežárkou), Tochter des Müllermeisters Josef Sput von Platz an der Naser (Stráž nad Nežárkou) am 6. November 1866 ebendort.
Die beiden kauften die „Huderermühle“ am 16. Oktober 1866 und verkauften an die Familie Seilern-Aspang im Jahr 1869.

Graf Franz von Seilern

aufgrund des Kaufvertrages (Kaufpreis 23.000 Gulden) vom 2. September 1869 wurde das Eigentumsrecht für Hörmanns Nr. 18 und Nr. 19 dem minderjährigen Grafen Franz von Seilern einverleibt.

1869 bis heute
  • Seit 1869 im Besitz der Familie Seilern-Aspang
  • 1920 wurde die Mühle stillgelegt
  • 1922 erfolgte der Ausbau des Anwesens zu einem Gutshof


Beitragsbild:
Hörmanns Nr. 18 (Gutshof), 27.05.2015 © Privatarchiv Ingrid Schuster

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Ingrid Schuster

Im Dezember 2011 habe ich begonnen, meine Familiengeschichte zu erforschen, meine Forschungsergebnisse habe ich seit Anfang 2017 im Internet publiziert.

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