29. Juli 2021

Martinsberg Nr. 39, Wiesmühle

Die Wiesmühle am Weitenbach liegt in der Gemeinde Martinsberg im Bezirk Zwettl, Martinsberg Nr. 39 wurde in Wiesmühlenweg Nr. 1-4 geändert.
Von 1628 bis 1885 zählte diese Mühle zum Amt Zöbring in den Grundbüchern der Herrschaft Pöggstall.

Die Wiesmühle ist seit dem Jahr 1817, also seit über 200 Jahren im Familienbesitz der Familie Fürst.

Wie kam ich auf die Wiesmühle?
Es irritierte mich, dass bei einigen Kirchenbucheinträgen der Pfarren Pöggstall und Martinsberg für Familien von der Maismühle statt dieser Wießmuell, Waißmüll, Wißmihl oder Wißmühl angegeben war, deshalb habe ich mich auf die Suche nach einer Wiesmühle gemacht und diese auch gefunden:

Quelle: AB: C-0185-Bd4, Heinrich Weigl
Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich. Band 4: L, M; 1972, S 130

Weitere Nachforschungen brachten einige interessante Details zu den Besitzern und so entstand diese Mühlenchronik.

Im 1. Taufbuch der Pfarre Pöggstall fand ich die Wiesmühle am 06. Juni 1638 erstmals erwähnt, bei der Taufe von Johannes, Parens Veit Strasser von Dumming (Thumling) vxor Barbara
Patrinus Georg Stamminger an der Wissmüll.

Taufbuch Pöggstall 01/01, 1628-1642, fol. 238

Wüßmüll

Von ein Gantz Lehen mit 8 tagwk.
ackher 4 tagwk wisen 2 tagwk
Viehwaÿd
Dient Jahrl. michaelis 13 Kreuzer 2 Pfennige
Zehent geld 7 Gulden
N: würdt den Zehent in
Natura gefexnet
*)
Landsteür 4 Gulden 30 Kreuzer
(in Summe) 4 Gulden 47 Kreuzer 2 Pfennige

*) Zehent einbringen
KG Krems 173/16, 1740–1761, Grundbuch Hft. Pöggstall, Fol. 137

Grundbesitzer im Überblick:
…. – 1638Thaninger Merth
1638 – 1650Stamminger Geörg und Maria [lutherisch, 1652 abgewandert]
1650 – 1654Wagenhüttner Hanß und Eva, geb. Eder [lutherisch, Neubekehrte]
1654 – 1663Teÿertsbacher Adam und Roßina (durch Kauf, 03. Mai 1683)
1654 – 1663Haÿder Andreas und Maria
1665 – 1668öde!
1668 – 1670Wagenhittner Georg, l.St. (durch Kauf, 13. Jänner 1668)
1670 – 1715Wagenhüttner Georg und Maria, geb. Brustbauer (durch Heirat, 16. Februar 1670)
1715 – 1716Wagenhüttner Maria, Wittib (durch Inventur, 1715)
1716Prustbauer Johann, l.St. (durch Kauf, 01. April 1716)
1716 – 1758Prustbauer Johann und Elisabeth, geb. Raifberger (durch Heirat, 26. Mai 1716)
1758Prustbauer Philipp, l.St. (durch Kauf, 16. Mai 1758)
1758 – 1774Prustbauer Philipp und Eva Maria, geb. Lidl (durch Heirat, 12. Februar 1760)
1774 – 1785Greßl Lorenz und Eva Maria, verw. Brustbauer (durch Heirat, 14. Juni 1774)
1786 – 1795Gressl Lorenz und Katharina, geb. Helmreich (durch Heirat, 22. November 1786)
1795 – 1801Jäger Joseph und Katharina, verw. Gressl (durch Heirat, 13. Juni 1795)
1802 – 1814Jäger Joseph und Franziska, geb. Töpfl (durch Heirat, 1802)
1814 – 1815Stütz Johann und Franziska, verw. Jäger (durch Heirat, 1814)
1815 – 1817Stütz Franziska, Witwe (durch Inventur, 1815)
1817 – 1831Fürst Jakob und Elisabeth, verw. Janda (durch Kauf, 17. Mai 1817)
1831 – 1856Fürst Johann und Katharina, geb. Ableitinger (durch Kauf, 09. Juni 1831)
1856 – 1885Fürst Johann und Thekla, geb. Glaßner
1885 – 19..Fürst Johann und Rosa, geb. Schindler
19.. – 19..Fürst Johann und Theresia, geb. Mosgöller
offen
2018Fürst Katrin, 3/4 (durch Übergabe, 12. März 2018)
2019Ing. Strebl Markus, 1/4 (durch Schenkung, 27. August 2019)
Quellen NÖLABG Zwettl und bev.gv.at:
KG Krems 173/013, 1628 – 1683, Grundbuch Hft. Pöggstall, Fol. 551 „Wißmüll“
KG Krems 173/014, 1681 – 1711, Grundbuch Hft. Pöggstall, Fol. 554 „Wißmüll“
KG Krems 173/15, 1710–1739, Grundbuch Hft. Pöggstall, Fol. 133 „Wüßmüll“
KG Krems 173/16, 1740–1761, Grundbuch Hft. Pöggstall, Fol. 137 „Wüßmüll“
KG Krems 173/17, 1762–1806, Grundbuch Hft. Pöggstall, Fol. 129 „Wüßmühl“
BG Pöggstall 01/02, Grundbuch über behauste Güter, 1807–1885, Fol. 249 „Wießmühl“
BG Zwettl, Grundbuch Martinsberg, 1884 – 1990 OFFEN
BG Zwettl, Auszug aus dem Hauptbuch, KG Martinsberg, EZ 190, Wiesmühlenweg 1-4 (17.03.2021)
Anm.: Namensschreibweisen lt. Grundbücher, Familienname der Ehefrau kursiv, da nicht angeführt
Thaninger Merth

Zu Merth (Martin) Thaninger konnte ich, bis auf die Nennung im Grundbuch 1628-1683, keine weiteren Informationen in den Kirchenbüchern oder in den Archivbeständen des Niederösterreichischen Landesarchives (NÖLA) finden.
An Abgaben für das behauste Guett an der Wißmühl waren insgesamt 2 Gulden an die Grundherrschaft zu leisten.

Stamminger Geörg und Maria

Georg und Maria Stamminger finden sich ebenfalls als Besitzer im Grundbuch 1628-1683.
Am 05. April 1639 wurde der Sohn Georg in der Wißmill geboren, am 16. August 1649 heiratete der Sohn Johann von der Wißmühl Susanna Wagner vom Grubhof.
Georg und Maria Stamminger waren von Lutherischem Glauben und wanderten um 1652 mit ihren Kindern nach Wicklesgreuth ab. Maria Stamminger starb am 13. Jänner 1656 in Wicklesgreuth, Georg Stamminger mit 79 Jahren am 04. September 1679 in Thurndorf . Die Schwiegertochter Susanna Stamminger starb 61 jährig am 20. Juni 1688 in Külbingen, der Sohn Johann starb mit 71 Jahren am 11. Dezember 1698 ebenfalls in Külbingen. [1]

Wagenhüttner Hanß und Eva geb. Eder

Hanß und Eva Wagenhüttner haben die Wiesmühle um 1650 übernommen, bei der Trauung mit Eva Eder am 19. Juli 1650 in der Pfarre Martinsberg war Johann Wagenhüttner „wohnhaft auf der Wißmühl“ . Beide waren von Lutherischem Glauben und wurden neubekehrt.
Um 1654 zog die Familie nach Reitzendorf, dort starb auch Johann Wagenhütter 47 jährig am 16. Dezember 1661.
Die Witwe Eva Wagenhüttner heiratete am 19. Februar 1664 meinen 8-fachen verwitweten Urgroßvater Peter Schuster von Oberthumling Nr. 5 in der Pfarre Martinsberg .

Teÿertsbacher Adam und Roßina

Adam und Roßina Teÿertsbacher (Deitesbacher) übernahmen die Mühle um 1654, Kaufprotokolle fehlen aus dieser Zeit!
Deren Tochter Regina wurde am 06. Juni 1654 bereits in der Wißmil geboren.
Adam Deitesbacher findet man auch im Mühlenbuch Viertel ober dem Manhartsberg/VOMB: [2]

Sinzendorf ihrer Graf Hans Joachimb wegen Pockhstall (Pöggstall)
2 Sagmezen (Metzen) Adam Teÿraspacher an der Wiesmühl … 1 Gang

Rosina Deitesbacher starb 59 jährig am 22. März 1663, Adam Deitesbacher am 18. Dezember 1663 mit 65 Jahren, beide in Walpersdorf. Vermutlich verkauften (und tauschten) die beiden um 1662 die Wiesmühle mit dem Lehen von

Haÿder Andreas und Maria

Andreas und Maria Haÿder (Haider), die noch 1661 in Walpersdorf lebten und die Wiesmühle übernahmen, ein Kaufprotokoll fehlt auch hier. Deren Tochter Maria wurde am 23. Juni 1664 in der Wißmill geboren.
Die beiden besaßen die Mühle bis 1665, Maria Haidter(in) von der Wismill war noch am 22. Feburar 1665 Taufpatin bei der Taufe der Rosina Schuster von Undtern Thuming (Unterthumling).

Öde

Von 1665 bis 1668 war die Mühle „öde“ , in dieser Zeit wurden an die Grundherrschaft keine Abgaben laut Grundbuch 1628-1683 geleistet.
Die Grundherrschaft verkaufte am 13. Jänner 1668 die öede Wißmüll worauff vorher Andreas Haÿder gewohnet an

Wagenhittner Georg, l.St.

Georg Wagenhittner (Wagenhüttner) noch lediges Standts. [3]
Georg Wagenhüttner heiratete am 16. Februar 1670

Wagenhüttner Georg und Maria geb. Brustbauer

Maria Prüstbauer (Brustbauer), eheliche Tochter des Müllers Johann und der Susanna Brustbauer beide noch am Leben von der Schützmühle (Würnsdorf), in der Pfarre Martinsberg.
Johann Brustbauer, der Vater von Maria Wagenhüttner, starb 93 jährig am 14. Jänner 1709 in der Wisßmill.
Georg Wagenhüttner starb am 12. Jänner 1715 im Alter von 75 Jahren in der Wißmill und

Wagenhüttner Anna Maria, Witwe

seine Witwe Anna Maria Wagenhüttner erbte laut Grundbuch 1710-1739 die Mühle, Inventurprotokolle fehlen aus dieser Zeit!
Die verwitwete Maria Wagenhüttner heiratete Johann Pirhofer von Martinsberg am 24. Jänner 1717 in der Pfarre Martinsberg.
Bereits am 01. April 1716 verkaufte sie die auf 400 Gulden geschätzte Wißmühl an ihren lieben Stüphbruder (Stiefbruder)

Johann Brustbauer sen. war Müller auf der Lieglmühle (nahe Feistritz), Harradtmühle (Heiligenblut), Schützmühle (Würnsdorf) und einer Mühle in Pöbring
er starb am 14.01.1709 in der Wiesmühle
Prustbauer Johann, l. St.

Johann Prustbauer (Brustbauer), seines Handtwerks ein Milljunge, um 160 Gulden. [4]
Johann Brustbauer, geboren um 1686 und ehelicher Sohn des Johann und der Maria Prustbaur (Brustbauer) beide (bei seiner Trauung) seelig, heiratete am 26. Mai 1716

Prustbauer Johann und Elisabeth geb. Raifberger

Elisabeth Raifberger von Sading in der Pfarre Pöggstall/St. Anna, Elisabeth wurde in das Grundbuch eingetragen.
Johann Brustbauer starb 73 jährig am 11. Oktober 1759 in der Wißmühl. In seiner Inventur vom 30. Dezember 1759 wurde ein Nettovermögen von 524 Gulden 12 Kreuzer festgehalten. [5]
Elisabeth Brustbauer starb am 08. Juni 1763 im Alter von 67 Jahren.
Der jüngste Sohn

Prustbauer Philipp, l.St.

Philipp Prustbauer (Brustbauer) hatte die Wiesmühle bereits am 16. Mai 1758 um 160 Gulden gekauft und übernommen, ein Kaufprotokoll fehlt! Philipp Brustbauer wurde am 16. April 1732 in der Wiesmühle geboren und heiratete

Prustbauer Philipp und Eva Maria geb. Lidl

Eva Maria Lidl von Wiehalm am 12. Februar 1760 in der Pfarre Martinsberg.
Philipp Brustbauer starb mit 44 Jahren am 13. März 1774, Müller auf der Wiesmühl Nro. 39 Zöbringer Amt, wie in seiner Inventur vom 20. April 1774 steht, das Haus (ein Ganzlehen), die Mühle und Säge wurden auf einen Wert von 180 Gulden geschätzt, sein Nettovermögen betrug 551 Gulden 10 Kreuzer. [6]
Seine Witwe Müllermeisterin Eva Maria Brustbauer heiratete

Greßl Lorenz und Eva Maria verw. Brustbauer

Lorenz Greßl (Gressl) von der Moosmühle (Hft. Raninger) am 14. Juni 1774 in der Pfarre Martinsberg, die Braut brachte ihr Ganzlehen und die Mühle in die Ehe, der Bräutigam 100 Gulden. [7]
Eva Maria Gressl starb 46 jährig am 25. August 1785 an Brand (Typhus), in ihrer Inventur vom 30. September 1786 wurde die Behausung samt Mühle und Säge mit 190 Gulden taxiert, ihr Nettovermögen betrug 392 Gulden und 11 Kreuzer [8], die Wiesmühle wurde dem Witwer Lorenz Gressl zugesprochen. Er heiratete

Gressl Lorenz und Katharina geb. Helmreich

Katharina Helmreich von Purk (damals Pfarre Kottes) am 22. November 1786 in der Pfarre Martinsberg.
Müllermeister Lorenz Gressl starb 46 jährig an der Abzehrung am 15. Februar 1795, in seiner Inventur vom 24. April 1795 wurde die Mühlbehausung und Säge auf 800 Gulden geschätzt. [9]
Seine Witwe Katharina Gressl heiratete

Jäger Joseph und Katharina verw. Gressl

Joseph Jäger, Müllerssohn von der Jägermühle (Hft. Brandhof) am 13. Juni 1795, die Braut brachte ihr gesamtes Vermögen in die Ehe, der Bräutigam 350 Gulden (NÖLA, Hft. Pöggstall, BG Pöggstall 01/09, 1793 – 1830, Heiratsprotokoll, fol. 65v).
Katharina Jäger starb am 07. Jänner 1801 im Alter von 36 Jahren an Brand (Typhus), in ihrer Inventur vom 20. Mai 1801 wurden das Haus, die Hausgründe und die Mühle auf 700 Gulden geschätzt und „durch Inventur“ erhielt der Witwer Jospeh Jäger die Wiesmühle. [10]
Der verwitwete Joseph Jäger heiratete

Jäger Joseph und Franziska geb. Töpfl

Franziska Töpfl am 18. August 1801 in der Pfarre Martinsberg, Franziska wurde 1802 ins Grundbuch 1807-1885 eingetragen.
Joseph Jäger starb am 15. April 1813 an einer Lungenentzündung, in seiner Inventur vom 31. Mai 1813 wurde die Wiesmühle auf 1.200 Gulden geschätzt und der Witwe Franziska Jäger zugesprochen. [11]
Die verwitwete Müllermeisterin Franziska Jäger heiratete

Stütz Johann und Franziska verw. Jäger

Johann Stütz, ein verwitweter Müllermeister von Pfaffenhof (Pfarre Langschlag), am 17. Mai 1814 in der Pfarre Martinsberg, er wurde in das Grundbuch 1807-1885 „durch Heurath“ eingetragen. Ein Jahr später, am 30. Mai 1815, verstarb Johann Stütz mit 41 Jahren an einer Lungenentzündung. Seine Witwe Franziska Stütz

Stütz Franziska, Witwe

erhielt laut Grundbuch 1807-1885 „durch (Inventur)-Vertrag“ die Mühle im selben Jahr, Wert 1.500 Gulden.
Die verwitwete Müllermeisterin auf der sogenannten Wießmühle Franziska Stütz verkaufte am 17. Mai 1817 an

Fürst Jakob und Elisabeth verw. Janda (geb. Hofer)

Jakob und Elisabeth Fürst, gewester Müllermeister auf der Schiffmühl zu Zwetl, um 3.840 Gulden. [12]

Franziszeischer Kataster 1823, VOMB, 389 Martinsberg

Parzellennr.: 38 & 39 Familienname, Vorname: Fürst Jakob, Beruf: Müller, Hausnr.: 39

Quelle: NÖLA, Franziszeischer Kataster, Mappen, FK Mappen OM 389

Jakob Fürst, geboren am 31. Juli 1758 in OÖ, Weitersfelden Nr. 24 (Ledermühle), war, bereits verwitwet, in 2. Ehe mit Katharina Greil von Großgerungs (Pfarre Großgerungs) verheiratet, getraut wurden die beiden am 04. Februar 1788 in der Pfarre Großgerungs, die Trauung findet man auch in der Pfarre Weitersfelden. Er dürfte die Ledermühle von seinem Vater Joseph Fürst, ebenfalls Müllermeister der Ledermühle, übernommen haben, dieser starb am 27. Jänner 1773 ebendort.
Kinder aus dieser Ehe:
1. Joseph * 26.11.1788 Ledermühle, oo 14.11.1831 (Pf. Döllersheim) mit Sophia Rotbauer; Wirt in Ottenstein Nr. 6
2. Johann * 18.11.1790 Ledermühle, + 01.01.1863 Wiesmühle
3. Anna Maria * 26.09.1791 Ledermühle, + 27.11.1791 Ledermühle
4. Jakob * 20.11.1793 Ledermühle, oo 25.02.1840 (Pf. Martinsberg) mit Eva Stadler; Wirt in Unterranna Nr. 2
5. Katharina * 20.11.1793 Ledermühle, + 27.11.1793 Ledermühle

1799 übernahm Jakob Fürst die Mühle bei Wultschau. [13]
6. Friedrich * 08.10.1800 Wultschau, + 08.10.1800 Wultschau
7. Friedrich * 12.03.1802 Wultschau, + 12.03.1802 Wultschau
8. Magdalena * 12.06.1803 Wultschau

Katharina Fürst starb 36 jährig aufgrund der schweren Geburt am 12.06.1803 in Wultschau (Pfarre Harbach).

Der verwitwete Jakob Fürst heiratete am 22. November 1803 die Witwe Elisabeth Janda von Lugau (Lukov bei Staré Hutě) in der Pfarre Harbach.

Jakob Fürst starb am 18. November 1831 an Magenverhärtung mit 76 Jahren in der Wiesmühle.
Die Witwe Elisabeth Fürst (geborene Hofer) heiratete am 07. Februar 1832 den Witwer Philipp Vorlaufer von Poggschlag.
Sie starb 82 jährig am 01. Februar 1848 an Altersschwäche in der Wiesmühle.
Bereits am 09. Juni 1831 übernahm der Sohn und dessen Braut

Fürst Johann und Katharina geb. Ableitinger

Johann und Katharina Fürst die Wiesmühle, der Kaufpreis betrug 1.060 Gulden. [14]
Johann Fürst, geboren am 18. November 1790 in OÖ, Weitersfelden Nr. 24 (Ledermühle), heiratete Katharina Ableitinger von Martinsberg am 27. Juni 1831 in der Pfarre Martinsberg.
Johann Fürst starb als Ausnehmer an Altersschwäche am 01. Jänner 1863, Katharina Fürst starb 81 jährig an Wassersucht am 14. März 1871.
Vor 1863 dürfte der Sohn und dessen Frau

Fürst Johann und Thekla, geb. Glaßner

Johann und Thekla Fürst die Wiesmühle übernommen haben (Grundbuch-Einsicht aufgrund COVID Lockdown offen).
Johann Fürst, geboren am 07. Mai 1835 in der Wiesmühle, heiratete Thekla Glaßner, eine Bauerntochter von Kleingerungs, am 27. Mai 1856 in der Pfarre Martinsberg.
Thekla Fürst starb am 27. Dezember 1885, zu Johann Fürst fand ich keinen Sterbeeintrag.

Fürst Johann und Rosa, geb. Schindler

Johann Fürst, geboren am 24. Oktober 1859 in der Wiesmühle, war bereits Müllermeister bei der Trauung mit Rosa Schindler, Wirtschaftsbesitzertochter von Oed, die Trauung fand am 28. Februar 1886 in der Pfarre Martinsberg statt.

Rosa Fürst starb 42 jährig am 10. November 1905 an einem Gehirnschlag.

Quelle: Österreichische Land-Zeitung, 18. November 1905

Fürst Johann und Theresia, geb. Mosgöller

Der Witwer Johann Fürst heiratete Theresia Mosgöller von Martinsberg am 13. Mai 1906 in der Pfarre Martinsberg.

Am 12. November 1907 vernichtete ein Brand das Wohn- und Wirtschaftsgebäude, die Säge und die Mühle:

Quelle: Kremser Volksblatt, 30. November 1907


Mögliche weitere Besitzer nach dem COVID Lockdown (Grundbuch-Einsicht offen).

Fürst Katrin

Katrin Fürst, geboren 1993, erhielt aufgrund des Übergabevertrages vom 12. März 2018 das Eigentumsrecht zu drei Viertel (Wiesmühlenweg 3) einverleibt.

Ing. Strebl Markus

Ing. Markus Strebl, geboren 1985, erhielt durch Schenkung am 27. August 2019 das Eigentumsrecht zu einem Viertel (Wiesmühlenweg 4) einverleibt.

Schreibweise der Wiesmühle über die Jahre:

Wießmuel, Wißmill, Wißmühl, Wißmihl, Wisßmill, Wissmihl, Wüssmühl, Wissmühl, Wüsßmühl, Wäsßmühl, Wiesmühl, Wießmühl, Wiesmühle

Anmerkung:

Namensschreibweisen lt. Grund- oder Kirchenbücher, in Klammer die heutige Schreibweise

Hausnummern:
lt. Kirchenbüchern bei den Tauf-, Trauungs- und Sterbeeinträgen

Beitragsbild:
Quelle: KG Krems 173/013, 1628 – 1683, Grundbuch Hft. Pöggstall, Fol. 551

Literaturverzeichnis:

[1] Manfred Enzner: Exulanten aus dem südlichen Waldviertel in Franken; Ges. f. Familienforschung in Franken, 2001; S. 335 & 337

Quelle:

[2] NÖLA, HS StA 1005/2, 1661, Mühlenbuch VOMB, VUMB, fol. 23r
[3] NÖLA, Hft. Pöggstall, KG Krems 173/064, 1664-1672, Kaufprotokoll, fol. 161
[4] NÖLA, Hft. Pöggstall, KG Krems 173/069, 1715–1725, Kaufprotokoll, fol. 59
[5] NÖLA, Hft. Pöggstall, KG Krems 173/091, 1756 – 1771, Inventurprotokoll, fol. 153
[6] NÖLA, Hft. Pöggstall, KG Krems 173/093, 1773 – 1783, Inventurprotokoll, fol. 28v
[7] NÖLA, Hft. Pöggstall, KG Krems 173/047, 1759 – 1774, Heiratsprotokoll, fol. 302
[8] NÖLA, Hft. Pöggstall, KG Krems 173/094, 1783 – 1792, Inventurprotokoll, fol. 93
[9] NÖLA, Hft. Pöggstall, KG Krems 173/095, 1791 – 1803, Inventurprotokoll, fol. 158v
[10] NÖLA, Hft. Pöggstall, KG Krems 173/095, 1791 – 1803, Inventurprotokoll, fol. 376
[11] NÖLA, Hft. Pöggstall, KG Krems 173/096, 1803 – 1825, Inventurprotokoll, fol. 375
[12] NÖLA, Hft. Pöggstall, BG Pöggstall 01/11, 1813 – 1844, Kaufprotokoll, fol. 40v
[13] NÖLA, BG Gmünd 03/3, Satzbuch über die Dörfer Wultschau und Oberwielands, 1784-1851, fol. 8
[14] NÖLA, Hft. Pöggstall, BG Pöggstall 01/11, 1813 – 1844, Kaufprotokoll, fol. 211

Ingrid Schuster

Im Dezember 2011 habe ich begonnen, meine Familiengeschichte zu erforschen, meine Forschungsergebnisse habe ich seit Anfang 2017 im Internet publiziert.

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