Schuster-Pippersteiner
 Familien&Geschichten

Geschichten der...

Familie Gabler aus 8 Generationen

Auch meine Gabler-Vorfahren lebten im Waldviertel und zwar im nördlichsten Zipfel zwischen Haugschlag und Litschau. Mitte des 17. Jahrhunderts waren sie Müller in Hörmanns bei Litschau, später Grundbesitzer in Saaß bei Litschau und Türnau bei Haugschlag, alles Orte im Bezirk Gmünd.
Vorfahren, die in die Familie eingeheiratet haben, kamen aus Schamers und Umgebung in Südböhmen.
Namensschreibweise: Gabler, Gapler

Christoph Gabler (um 1609 - 1673) war Müller in Hörmanns bei Litschau um 1660, verheiratet mit Maria. Von den drei gemeinsamen Söhnen war der älteste Sohn Thomas Hofmüller in Hörmanns Nr. 17.

Andreas Gabler (um 1650 - 1715), der zweitgeborene Sohn von Christoph und Maria Gabler, war Müllermeister in Hörmanns Nr. 18. Bis 1869 war die Mühle im Besitz der Familie, heute ist das Anwesen ein Gutshof der Familie Seilern-Aspang.
Er heiratete am 16. November 1670 Magdalena, geb. Abel (Tochter aus einer Hammerschmiedfamilie von Griesbach), die beiden hatten sieben gemeinsame Kinder.

Der fünftgeborene Sohn Paul Gabler (1684 - 1743) von Andreas und Magdalena Gabler übernahm im Jahr 1725 von seinem älteren Bruder Matthias die Mühle und Hammerschmiede des verstorbenen Vaters in Hörmanns Nr. 18.
Er heiratete Barbara, geb. Schrammel (aus Hörmanns) am 26. Oktober 1710 in der Pfarre Litschau. Sohn Simon Gapler übernahm die Mühle nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1743.

Saaß
Saaß Nr. 20, ein Waldhäußel

Lorenz Gabler (1719 - 1768), Sohn von Paul und Barbara Gabler, kaufte gemeinsam mit seiner Frau Theresia, geb. Redl (aus Rottal) im Jahr 1748 einen Grund in Saaß "ein grundt, Saaß genanth" - heute Saaß Nr. 20, wunderschön auf einer kleinen Anhöhe Mitten im Wald gelegen.


Saaß
Saaß Nr. 20

Lorenz und Theresia Gabler hatten fünf gemeinsame Kinder, drei starben im Kindesalter. Der jüngste Sohn Michael Gabler (1761 - 1863) kaufte Saaß Nr. 20 von seiner Mutter Theresia im Jahr 1788. Michael heiratete Barbara, geb. Zimmermann (aus Saaß Nr. 22) am 18. Oktober 1782 in der Pfarre Litschau.

Der erstgeborene Sohn Josef Gabler kaufte Saaß Nr. 20 im Jahr 1805. Das "Waldhäusel" blieb noch bis 1886 im Familienbesitz.

Theresia Gabler (1798 - nach 10.1868) war das siebente von neun Kindern von Michael und Barbara Gabler und lebte in Saaß Nr. 20.
Josef Ritsch (1796 - 1841) aus Illmau war Tischler und Inwohner in Saaß Nr. 20 und verstarb auch dort am 23. April 1841. Ob er der Vater aller acht Kinder der Theresia Gabler war ist nicht belegt, bei dem drittgeborenen (1828) und viertgeborenen (1831) Sohn hat er darauf bestanden, als Vater im Taufbuch eingetragen zu werden.

Das fünfte Kind von Theresia, Matthias Gabler (1833 - 1914), wurde jedenfalls wieder unehelich*) in Saaß Nr. 20 geboren. Selbst ein DNA Treffer wäre schwer einzuordnen, da Josef Ritsch und Theresia Gabler Cousins 3. Grades (once removed) waren, gemeinsame Vorfahren waren Andreas und Magdalena Gabler (seine 3x Urgroßeltern, ihre 2x Urgroßeltern).
Matthias war von Beruf Weber und später auch Hausbesitzer in Türnau, er heiratete Genovefa, geb. Riebel (aus Türnau) am 06. Oktober 1868. Die beiden hatten vier gemeinsame Kinder, die jüngste Tochter war Brigitta, meine Urgroßmutter.

Uroma Gabler Brigitta
Uroma
Gabler Brigitta

Meine Urgroßmutter Brigitta Gabler (1876 - 1915), jüngste Tochter von Matthias und Genovefa Gabler wurde am 23. September 1876 in Türnau bei Haugschlag geboren.
Sie war Kleidermacherin und dürfte um 1895 nach Wien gekommen sein. Hier lernte sie meinen Urgroßvater Josef Schuster kennen, geheiratet wurde am 18. April 1898 in der Pfarre Alt-Simmering.

Die beiden hatten vier Kinder, die erstgeborene Tochter Brigitta Josefine starb vermutlich im Kindesalter:
Brigitta Josefine (1898 - ?), Hermine, verh. Gattinger (1900 - 1979), Brigitta Stefanie, verh. Friedl (1902 – 1993) und Josef, mein Großvater (1904 - 1942). Meine Uroma starb mit nur 38 Jahren am 17. April 1915 an Lungenschwindsucht im Kaiser-Jubiläumsspital in Wien.


Fortsetzung in Spalte 2...


Wege nach Wien
Alle Wege führten nach Wien,
der ehemaligen Hauptstadt der Habsburgermonarchie.

Familie Blauensteiner aus 10 Generationen

Meine Blauensteiner-Vorfahren konnte ich bis Mitte des 17. Jahrhunderts zurückverfolgen, Kirchenbücher und grundherrschaftliche Aufzeichnungen führten mich von Zierings bei Rastenfeld, Bezirk Krems Land über Pallweis bei Lichtenau, Bezirk Krems Land bis nach Frankenreith bei Großgöttfritz, Bezirk Zwettl - alle Orte im Waldviertel.
Namensschreibweisen: Plabenstainer, Blabenstainer, Plabnstainer, Plauenstainer, Plabensteiner, Blabsteiner, Blauensteiner.

Michael Plabenstainer (geb. ? - vor 1680) war Dorfrichter zu Frankenreith um 1665 und Bauer in Frankenreith Nr. 7 und mit Susanna verheiratet, die beiden hatten elf Kinder. Da die älteren Söhne weggezogen waren übernahm der als siebentes von elf Kindern geborene Sohn Simon Plabenstainer das Halblehen des Vaters im Jahr 1676.

Den erstgeborenen Sohn Matthias Blabenstainer (um 1637 - 1710) hat es nach Pallweis verschlagen, er heiratete am 20. April 1664 die Witwe Maria Mayrhofer (aus Pallweis) in der Pfarre Rastbach und übernahm mit der Heirat
Pallweis Nr. 15.

Matthias und Maria Blabenstainer fünf gemeinsame Kinder, Georg Plabnstainer (1667 - 1738) war das älteste Kind. Nach dem Tod der Mutter verkaufte er Pallweis Nr. 15 und kaufte stattdessen Pallweis Nr. 21.
Georg heiratete Maria, geb. Weber (aus Grottendorf) im Jahr 1693.

Leopold Plauenstainer (1698 - 1756) war von Georg und Maria Plauenstainer das dritte von fünf Kindern, er vermählte sich am 31.(sic!) April 1730 mit der Witwe Justina Perner, geb. Wandl (aus Grottendorf) und übernahm mit der Heirat Pallweis Nr. 12.
Der älteste Sohn der beiden, Johann Georg, wurde am 03. Jänner 1762 zur Herrschaft Stadt Krems entlassen, der zweitgeborene Sohn Adam Plabensteiner (1734 - 1767) übernahm Pallweis Nr. 12 am 13. Jänner 1756 von seinem Vater Leopold. Er heiratete Eva Rosina, geb. Sinhuber (aus dem Mottingeramt) am 28. September 1757.
Adam verstarb mit nur 33 Jahren am 06. Oktober 1767. Seine Frau Eva Rosina blieb nach seinem Tod mit vier Kinder im Alter von 3 bis 9 Jahren zurück und war mit dem fünften Kind schwanger! Sie heiratete am 17. November 1768 Georg Kossler.

Der jüngste Sohn von Adam und Eva Rosina, Johannes Blauensteiner (1764 - 1826), zog von Pallweis nach Zierings. Johann Stumpfer verkaufte Zierings Nr. 8 seinem angehenden Schwiegersohn Johannes Blauensteiner am 07. Juli 1792, am 13. November 1792 heiratete Johannes Anna Maria, geb. Stumpfer (aus Zierings) in der Pfarre Döllersheim.
Von den zwölf gemeinsamen Kindern überlebten nur vier das Kindesalter, Sohn Michael übernahm Zierings Nr. 8 im Jahr 1821.

Die jüngste Tochter von Johannes und Anna Maria Blauensteiner, Magdalena Blauensteiner (1810 - 1876), eine Dienstmagd, lebte und arbeitete in Zierings, Brugg und Heinreichs. Sie brachte vier uneheliche Kinder zur Welt. Ihr drittes uneheliches *) Kind, Tochter Anna Blauensteiner (1854 - ?), wurde in Heinreichs bei Pölla, Bezirk Zwettl am 08. Juli 1854 geboren.
Meine Ururgroßmutter Anna Blauensteiner ist vermutlich in Wien verstorben.

Uropa Blauensteiner Josef
Uropa
Josef Blauensteiner

Mein Urgroßvater Josef Blauensteiner (1876 - 1939) wurde am 22. Jänner 1876 als unehelicher Sohn*) der Anna Blauensteiner, einer Dienstmagd, in Brugg bei Pölla, Bezirk Zwettl im Waldviertel geboren. Er dürfte vor 1897 mit seiner Mutter Anna nach Wien gezogen sein, denn lt. seinem militärischen Grundbuchblatt (Quelle: Kriegsarchiv, Wien) war er am 01. Oktober 1897 bereits in Wien ansässig, Beruf: Knecht und Hilfsarbeiter.

Mein Uropa heiratete meine verwitwete Uroma Theresia Oswald am 14. November 1906 in der Pfarre Meidlung, die beiden hatten fünf Kinder:
Josef (1904 - 1973), Franz (1905 - 1939), Karl (1907 - 1981), Leopoldine, meine Großmutter (1908 - 1995) und Anna, verh. Drechsler (1913 - 1933). Die Familie lebte in der Bendlgasse 22 in Wien-Meidling.
Während des ersten Weltkrieges war mein Urgroßvater in der Gegend um Łódź in Polen an der Front. Nach dem 1. Weltkrieg, von 1921-1926, arbeitete er am Bau der Siedlungsanlage Rosenhügel in Wien-Meidlung mit, war einer der "Pioniere vom Rosenhügel". Nach der Fertigstellung bekam die Familie ein Siedlungshaus 'Am Rosenhügel' zugesprochen.
Mein Urgroßvater ist 63jährig am 25. November 1939 an einer Blutvergiftung im Wiener AKH gestorben.

Uniform
Uropa Josef Blauensteiner in Uniform

Ini Omi
Ini-Omi

Meine Oma war zunächst Kaffeeköchin in Wien, in einem der Cafes arbeitete auch mein Opa Josef Schuster als Kellner. Die beiden haben am 23. Mai 1937 in Wien geheiratet, sie blieb nach seinem Tod im Jahr 1942 Witwe.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde meine Oma Schaffnerin bei den Wiener Linien, mit großer Leidenschaft bis zu ihrer Pensionierung.

Sie lebte bis 1992 in der Siedlung Am Rosenhügel und liebte ihren Garten. Zwei Wochen der Sommerferien verbrachten mein Bruder und ich immer bei ihr, wir wurden bekocht und verwöhnt.
Sie schied am 11. Oktober 1995 im Alter von 86 Jahren im Pensionisten-Wohnhaus 'Haus Rosenberg' freiwillig aus dem Leben.


Fortsetzung in Spalte 3...

Familie Dočkal aus 7 Generationen

Durch meine Dočkal-Vorfahren lernte ich Südmähren und Ostböhmen kennen. Die Familie Dočkal lebte in Groß Meseritsch und Woslawitz, so weit ich die Familie zurückverfolgen konnte kam sie ursprünglich aus Ballin.
Ostböhmen deshalb, da zwei meiner Vorfahrinnen Töchter von Lehrer-Dynastien waren, eine 'Dynastie' Svoboda - Johann Svoboda kam von Krauna in Östböhmen nach Krepitz in Südmähren und später nach Pischello, die andere 'Dynastie' Ottmanský lebte in Krepitz und Umgebung.
Namensschreibweisen: Docžkal, Doczkal, Dočkal.

Johann Dočkal (geb. ? - vor 1749) lebte in Ballin um 1713, er war mit Mariana verheiratet. Leider fehlen zwischen August 1708 und Juli 1713 die Matrikeneinräge in den Kirchenbüchern der Pfarre Groß Meseritsch, deshalb kam die weitere Forschung ins Stocken. Nach Juli 1713 konnte ich in den Matriken sechs Kinder der beiden finden.

Franz Dočzkal (1725 - 1806) war das fünfte Kind von Johann und Marina Dočzkal, von Beruf Weber und Häusler in Ballin (siehe auch Hauschronik Ballin Nr. 15). Er heiratete Rosina, geb. Dřapela (aus Ballin Nr. 16) am 31 Oktober 1751. Die beiden hatten acht gemeinsame Kinder, drei verstarben vor dem Erwachsenenalter.

Sohn Josef Dočkal (1767 - 1847) wurde als fünfes der acht Kinder von Franz und Rosina Dočkal geboren. Zunächst Inmann in Ballin war er in erster Ehe mit Agatha Paul verheiratet, sie verstarb im Kindbett, die Tochter Josefa 3 Wochen nach der Geburt.
Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er Josefa, geb. Havlíček (aus Ballin Nr. 8), von den neun gemeinsamen Kindern verstarben fünf im Kindesalter.
1827 tauschte er mit Johann Maloušek Ballin Nr. 15 gegen Woslawitz Nr. 13, sein ältester Sohn Franz übernahm diesen Grund und Boden.
Josef starb als Ausgedinger in Woslawitz Nr. 13 am 17. Oktober 1847, seine Frau Josefa ist bereits 1838 an Cholera verstorben.

Der jüngste Sohn Johann Dočkal (1818 - 1866) ging nach Groß Meseritsch, war von Beruf ein Schneider und kaufte gemeinsam mit seiner angehenden Frau Aloisia, geb. Svoboda (aus Pischello) im Jahr 1846 Groß Meseritsch Nr. 201 (siehe auch Hauschronik Groß Meseritsch Nr. 201).
Die beiden jüngsten Kinder starben im Alter von einem Jahr.
Sohn Franz lebte nach Absolvierung des Militärdienstes bis zu seinem Tod in Groß Meseritsch.

Die beiden Töchter von Johann und Aloisia Dočkal, Katharina und ihre jüngere Schwester Marie Dočkal (1856 - 1886), meine Ururgroßmutter, gingen um 1876 nach Wien und arbeiteten als Wäscherin bzw. Dienstmagd.
Meine Ururgroßmutter hatte zwei uneheliche Kinder in Wien zur Welt gebracht, die erste Tochter ist mit nur 4 Monaten in Groß Meseritsch Nr. 201 gestorben.
Meine Ururgroßmutter starb ledig mit nur 29 Jahren an Tuberkulose am 28. März 1886 in Wien.

Meine Urgroßmutter Anna Antonia Dočkal (1884 - 1932) (leider sind keine Fotos von meiner Uroma erhalten!) wurde am 29. Juni 1884 in der Gebärklinik Alservorstadt als uneheliche Tochter*) von Marie Dočkal geboren. In ihrem Taufeintrag sind sonst keine weiteren Angaben - aber ich hatte Glück!
Im Wiener Landesarchiv fand ich in den Aufnahmeprotokollen der drei Gebärkliniken der Alservorstadt für das Jahr 1884 unter der Protokollnummer 4426 den Eintrag zu meiner Ururgroßmutter Marie Dočkal mit Angaben zu ihrem Geburtsort (Groß Meseritsch) UND zu ihren Eltern: Vater Johann D(očkal) +, Mutter Aloisia D(očkal). Nur deshalb konnte ich diesen Familienzweig weiterverfolgen!
Meine Uroma war knapp 2 Jahre alt als ihre Mutter starb! Von wem und wo sie nach dem frühen Tod ihrer Mutter großgezogen wurde konnte ich noch nicht herausfinden.
Sie war Näherin, Hilfsarbeiterin und später Fürsorgerätin vom Beruf - und eine engagierte Sozialdemokratin, wie aus ihrer Todesanzeige in der Wiener Arbeiterzeitung vom 03. Mai 1932 hervorgeht.
Sie hatte vier uneheliche Kinder, die ersten beiden wurden notgetauft und starben gleich nach der Geburt, ihr viertes Kind, Walter Franz (1910 - 1910), starb mit knapp 2 Monaten (Vater Franz Janko).
Am 13. August 1916 heiratete sie Wenzel Dekanovsky, der gemeinsame Sohn Walter Wenzel Dekanovsky (1915 - 1940) starb im 2. Weltkrieg im Reserve-Lazarett in Aachen (Deutschland).
Meine Uroma ist mit 47 Jahren am 29. April 1932 an einer Schilddrüsen-
unterversorgung im Wiener AKH gestorben.

Omi Dočkal Hermine
Pipi-Omi

Hermine Dočkal (Dekanovsky), meine Großmutter (1908 - 1995) war das dritte von fünf Kindern meiner Urgroßmutter Anna Antonia und wurde am 12. Juni 1908 unehelich*) in Wien geboren.
Wenzel Děkanovský, Ehemann meiner Urgroßmutter, hat meiner Oma am 08. Januar 1921 seinen Namen gegeben (gem. §8 der kaiserlichen Verordnung vom 12. Oktober 1914, RGBl. Nr. 276), sie hatte danach den Namen Hermine Rudolfine Dekanovsky zu führen.

Meine Oma wuchs in ihren ersten Jahren zunächst bei Pflegeeltern in Wien, später bei ihrer Mutter auf. Kurz nach dem ersten Weltkrieg, von April bis Juni 1919, war sie in Stein am Rhein (Kanton Schaffhausen) in der Schweiz bei Pflegeeltern, der Familie Bolhalder.
Durch die "Wienerkinder-Aktion", die im Herbst 1919 eingeleitet wurde, kam sie nach Hunderup (Ribe Amt), Dänemark, zu Niels Hansen Præstiin & Gyde Marie, geb. Hollænder, ihren Pflegeeltern (Volkszählung 1921, "Vinerbarn"). Sie liebte ihre Pflegeeltern, sprach perfekt Dänisch und wollte für immer bleiben, ihre Pflegeeltern wollten sie adoptieren, ihre Mutter stimmte nicht zu. Ihre Liebe zu Dänemark ging nie verloren, bis zu ihrer Heirat war sie im Dänischen Klub in Wien.

Abschiedsgedicht
Poesiealbum, Abschiedsgedicht
der dänischen Pflegeeltern
Kære elskede lille Hermine.
Snart maa vi skilles
Det falder saa svært
nȯdig Farvel vi Dig byder
Tak for de Timer, vi sammen var her
ofte i Tiden det fryder.
Nu Du skal rejse
Vi ȯnsker, lev vel!
Her vil Du bo i vort Minde
Fremtiden bringe Dig Lykke og Held
o, gid de bedste Du finde.
Din hengivne.
Fader og Moder
i Danmark, d. 12./8.1925

Liebe geliebte kleine Hermine
Bald müssen wir scheiden
Es fällt so schwer
Ungern sagen wir dir Auf Wiedersehen
Danke für die Stunden, die wir hier zusammen waren
Oftmals in der Zeit erfreut dies.
Jetzt musst du abreisen
Wir wünschen, leb wohl!
Hier wirst du in unserer Erinnerung wohnen
Die Zukunft bringe dir Glück und Erfolg,
und möge das Beste du finden.
Deine ergebenen
Vater und Mutter
In Dänemark, d. 12./8.1925

Mein großer Dank an Birgit Ernst, Herbert Leitner u.Tochter (Übersetzung&Transkription des Abschiedsgedichtes) aus der Facebookgruppe Ahnenforschung Wien, 22.12.2019, sowie mein spezieller Dank an die Großcousine von Birgit Ernst in Dänemark, Annette, die in nur 6 Tagen die Namen der Pflegeeltern, deren Geburts- und Sterbedaten und den Aufenthaltsort meiner Omi ausfindig gemacht hat! (28.12.2019)

In Erinnerung ist mir einer ihrer dänischen Sätze geblieben:"askebægeret står på bordet (der Aschenbecher steht auf dem Tisch)"

Wann und wo sie meinen Opa Rudolf Pippersteiner kennengelernt hat ist "nicht überliefert", die beiden heirateten am 18. April 1933 in Wien.

Wr. Neustadt, Annagasse 5
Wr. Neustadt, Annagasse 5

Die Familie lebte in Wiener Neustadt, nach den ersten schweren Bombenangriffen auf Wiener Neustadt sind meine Oma und meine Mama zu den Schwiegereltern bzw. Großeltern nach Jedenspeigen geflohen.



Nach dem Krieg wohnten die beiden dann in Wien.

Meine Oma blieb, nachdem mein Opa 1948 lt. Erkenntnis des Kreisgerichtes in Wiener Neustadt für tot erklärt wurde, Witwe und lebte bis Jänner 1994 in der Wipplingerstraße 24 in Wien-Innere Stadt.
Ihre traumhaften Mehlspeisen lieferte sie in halb Wien aus! Und sie war auch "Kindermädchen" für meinen Bruder und mich bis zur Matura, und bei den Dr. Steger Buben Hans und Günther.
Sie ist im Alter von 86 Jahren im Pensionistenheim in Gießhübl am 03. März 1995 an Altersschwäche gestorben.



Zurück zum Seitenanfang

Anmerkung:

Der jeweilige Ausgangspunkt in der Ahnenfolge der Familien und Familiennamen Gabler, Blauensteiner und Dočkal basiert auf unehelich geborenen Kindern.
Unbekannte Väter bedeuten für einen Familienforscher einen "Ahnenschwund", 75 Vorfahren in 8 Generationen sind - ausgehend von mir - im wahrsten Sinne des Wortes "entschwunden".
Bleibt zu hoffen, dass durch DNA-Genealogie sich eines Tages der eine oder andere, vielleicht sogar alle unbekannten Väter erforschen lassen.

Ahnenschwund:
*) Gabler: 7 Vorfahren (in 8 Generationen)
*) Blauensteiner: 22 Vorfahren (in 8 Generationen)
*) Dočkal: 46 Vorfahren (in 8 Generationen)